Ausgewählt und zusammengestellt von
Rudolf Koller
Obertägige Bodendenkmäler
im Landkreis Erding
zählen zu jenen Denkmälern, die sich schwer bis gar nicht nur aufgrund ihres heutigen Erscheinungsbildes bestimmten
Kulturkreisen zuordnen lassen. Die Sitte, über den Gräbern Verstorbener als sichtbares Monument einen Hügel anzulegen,
ist in verschiedenen Epochen der Vor- und Frühgeschichte belegt.
Vereinzelt treten Hügelgräber  in jungsteinzeitlichen Kulturkreisen  des 3. Jt. v. Chr. auf, sind in der Mehrzahl aber in der mittleren
Bronzezeit ab etwa 1600 v.Chr. , später in der Eisenzeit (Hallstatt  ab etwa 850 - 450 v.Chr.), bei den Römern und bis ins frühe
Mittelalter im 7./8. Jh. zu finden.
Die überwiegende Anzahl von Hügelgräbern im Landkreis ist wohl der mittleren Bronzezeit zwischen 1600 -1200 v.Chr.
zuzuordnen und gehört damit in die Periode der so genannten  „Hügelgräberbronzezeit“. Die Forschung fasst mit dieser
Bezeichnung verschiedene lokale Kulturgruppen der Bronzezeit, vom Karpatenbecken bis ins  Rheinland zusammen.
Grabhügelfelder im Landkreis Erding sind alle, bis auf im Gelände kaum mehr wahrnehmbare Reste, verebnet. Bei den
hier gezeigten Beispielen handelt es sich ausschließlich um Einzelgrabhügel, bei denen ein anderes Siedlungsverhalten
als bei den größeren Gemeinschaften der Grabhügelfelder vorrausgesetzt werden darf. Hier begegnet uns eine eher
versprengte Einzelhofkultur.